Peer Learning Walkabout

Wie können wir Outdoor-Räume für das Lernen nutzen? Welches Potenzial ergibt sich durch die Kombination spielerischer Ansätzen wie Playification mit co-kreativen Methoden, in denen die Studierenden mehr Verantwortung tragen? Ein Abenteuer im Schnee birgt Experimente fürs Peer Learning

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  • CoCreation

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Für einmal ganz analog, verspielt und dialogisch

Am zweiten Tag des Churwaldner Forschungsmoduls üben sich Masterstudierende des Departements Design in verschiedenen Formen des Peer Learnings. Am "Walkabout" nehmen 15 Studierende und eine Lehrperson teil.

Level 1: Nach einer kurzen Warm-Up-Runde führt die Wanderung schon steil bergauf, und für die nächsten 30 Minuten wird in Zweiergruppen eine sokratische Feedback-Methode eingeübt: 15 Minuten lang berichtet die erste Person von ihrem Masterprojekt. Die zweite Person hört genau zu und äussert sich ausschliesslich durch Fragen. Dies können Verständnisfragen, zum Denken anregende oder kritische Fragen sein; wichtig ist: Es werden keine eigene Meinungen oder weiterführende Informationen kundgetan. Während den nächsten 15 Minuten wechseln die Rollen, und die zweite Person ist die erzählende. Nach den 30 minütigen Wanderung, die mittlerweile durchgehend auf verschneitem Weg stattfindet, gibt es eine Verschnauf-, Trink- und Feedback-Pause. Im Feedback wird berichtet, dass das ausschliessliche Nachfrage gewöhnungsbedürftig, und durchaus inspierend, gewesen sei, weswegen die Methode durchaus auch länger als 15 Minuten hätte dauern können.

Level 2: Weiter geht es, nun in anderer Zweiergruppen-Konstellation, bis zum Rastplatz "Bärenalp". Stärker wird nun ein spielerisches Element eingesetzt: In den nächsten 30 Minuten geht es darum, drei Gemeinsamkeit und drei Unterschiede in den Masterprojekten der beiden Peers zu eruieren. Diese können in den Herangehensweisen, philosophischen Grundhaltungen, Methoden, Zielgruppen, Motivation, Outcome u.a. sein. Wichtig dabei ist es, so tief wie möglich zu schürfen und nicht nur an der Oberfläche zu bleiben.
In der Bärenalp angekommen, wird gemeinsam mithilfe von Reisig und Birkenrinde Feuer gemacht; nasse Socken werden getrocknet, Bänke verrückt, so dass es gemütlich zu einer Austauschrunde (bezüglich der vorigen Aufgabe) und einem Mittagessen kommt. Tees werden getrunken und Marshmellows geröstet.

Level 3: Nun geht es in die Reise nach innen. Inspiriert durch die aus Japan stammende Methode des "Waldbadens" sucht sich jede/r Studierende für die nächsten 30 Minuten ein (aperes) Plätzchen am Waldrand. Ob liegend, sitzend, stehend oder gehend, ob Naturgeräuschen lauschend, eigenen Gedanken nachsinnend oder loslassend, kommt die Gruppe zur Ruhe.

Level 4: Methodisch nun frei gehend, bahnt sich die Klasse den Weg zur Pradaschierer Sesselbahnstation. Der Bergweg verläuft zwar mehrheitlich geradeaus, verlangt dafür aufgrund des kniehohen Schnees viel sportlichen Willen ab. Als Belohnung für das Abenteuer winkt dafür eine rasante Talfahrt mit der Rodelbahn, die glücklicherweise trotz der beschneiten Landschaft offen hat.

Fazit: Die gewohnte Lernumgebung zu verlassen und im Unterwegs-Sein zu lernen, birgt viel Potenzial, wie beispielsweise Perspektivenwechsel, Neuorientierung, physisch als auch geistig in Bewegung zu sein, und nicht zuletzt: Spass zu haben. Besonderes Augenmerk liegt darauf, den Rahmen zu schaffen, um neues Lernen ausserhalb der Komfortzone zu gestalten, und Ruhepausen zurück in der Sicherheit zu gewährleisten. Ebenso wichtig dabei ist, so profan es tönt, die Ausrüstung. Daher: Kudos an diejenigen Studierenden, die trotz nasser Socken ihre gute Laune nicht verloren haben!

Weiterführende Informationen: